Häuser

Haus Nr. 19 Das Grundstück ist ein altes Brauerbe. Das heutige Gebäude wurde nach dem Großen Brand von 1842 im damals üblichen klassizistischem Stil errichtet. Im 19. Jahrhundert gehörte es dem Kaufmann Johann Peter Schäffer. Er war 1830 Vorstandsmitglied der Hamburger Bank und 1836 Mitglied des Handelsgerichts. Heute ist das Haus Eigentum der Familien Nordmann und Wessendorf. Sie ließen es zwischen 1978 und 1985 aus eigenen Mitteln restaurieren.

Haus Nr. 21/23 Auch sie wurden nach dem Großen Brand nach 1842 neu errichtet. Zwischen 1976 und 1979 wurden sie umfassend restauriert.

Haus Nr. 25 (Brandanfang)  Das älteste Gebäude der Deichstraße, dessen Kern aus den Jahren 1659/60 stammt, wurde beim Großen Brand schwer beschädigt und danach wieder aufgebaut. Das in den Formen des frühen Barock errichtete Portal wurde Mitte der 70er Jahre hinter der Fassade des Neubaus von 1842 entdeckt und freigelegt. Im Innern gibt es noch eine bemalte Balkendecke aus dem ursprünglichen Bau.

Haus Nr. 27 Die Geschichte des ältesten noch erhaltenen Speichers in Hamburg reicht zurück bis in das Jahr 1465. damals gehörte es einem gewissen Hinrich Bergmeier. 1773 verkaufte der Jurist Daniel Jencquel den Speicher an den Kaufmann Caspar Voght, der ihn für seinen umfangreichen Seiden- und Leinenhandel benötigte. Kurze Zeit später übergab dieser sein Geschäft an seinen Sohn Caspar Voght jr. (der spätere Baron Voigt), der es mit seinem Partner Georg Heinrich Sieveking weiterführte. 1814 ging der Speicher in den Besitz der Kaufmannsfamilie Doormann über, und 1840 kaufte ihn Theodor Dill für die Firma Albrecht und Dill, die mit Rohkakao und Gewürzen handelte. 1889 wurde der Speicher an die „Interessengemeinschaft des Zippelhauses zu Bardowiek“ verkauft und heißt seitdem auch Bardowieker Speicher. Er diente den Obst- und Gemüsehändlern aus Bardowiek bei Lüneburg als Zwischenlager, nachdem sie zugunsten der Stadt ihr angestammtes Zippelhaus aufgegeben hatten, das in unmittelbarer Nähe der Hauptkirche St. Katharinen gestanden hatte. Der „Bardowieker Speicher“ gehört heute der Stadt und wird von der Sprinkenhof AG verwaltet.

Haus Nr. 29/33 Das Wessendorf´sche Kontorhaus stammt aus den Jahren 1903 04 (Architekten Franz Bach und W. Weber) , unterbricht die früh-neuzeitlichen Bauten in Höhe und Baumasse. Es ist auf ursprünglich drei Grundstücken errichtet und hat ein reich ausgestattetes Jugendstil-Treppenhaus mit einem originalen Fahrstuhl.

Haus Nr. 32 Das Haus wurde beim Großen Brand zerstört und 1850 neu errichtet. In den 70er Jahren wurde es von einer Druckerei genutzt. Es war in einem sehr schlechten Zustand und sollte eigentlich abgerissen werden. Der Verein „Rettet die Deichstraße“ übernahm es und ließ es für rund eine Million Mark restaurieren. Heute befinden sich in den oberen Stockwerken acht Sozialwohnungen mit jeweils ca. 50 Quadratmetern Wohnfläche. Unten wurde eine Gaststätte etabliert, nachdem der Versuch, ein Ladengeschäft einzurichten, gescheitert war.

Haus Nr. 34 Das bis 1973 dort stehende „Nachbrandhaus“ wurde für ein geplantes Rechenzentrum der Landeszentralbank (LZB) abgerissen. Die LZB verkaufte das Grundstück mit der Auflage, den Verein „Rettet die Deichstraße e.V.“ im Hinblick auf die Gestaltung der Fassade mitbestimmen zu lassen. So entstand 1982-83 der neue „Deichstraßenhof“.

Haus Nr. 35 Das Haus stammt im Kern aus dem Jahr 1641, wurde aber 1820 umgebaut. Vom Großen Brand von 1842 blieb es verschont, dafür aber erlitt es schwere Bombenschäden während des „Feuersturms“ im Jahre 1943. Bis 1978 gehörte es den Familien Nordmann und Wessendorf. Am 26. Oktober 1977 fing das Haus Feuer und brannte völlig aus. Die Ruine wurde mit der Feuerkassenpolice dem Verein „Rettet die Deichstraße“, der damit einen neuen Bau finanzieren konnte, verkauft. Die Fassade wurde vielfach in Fachzeitschriften veröffentlicht und diente als Vorlage für den Neubau auf dem Grundstück Nr. 48.

Haus Nr. 36 Das Haus wurde um 1880 als Zuckerspeicher mit sieben Lagerböden gebaut und erhielt den Beinamen „Tangermünder Speicher“. Heute beherbergt das Gebäude das Restaurant „Nikolai-Keller“, eine Teestube und Antiquitätenläden.

Haus Nr. 37 Erbaut 1686, wurde der Kaufmann Jacob Lange erster Besitzer des Brauerbes. Die Hoffnungen des Jacob Lange eine Familiendynasie zu schaffen erfüllten sich nicht. Seine Tochter Catharina starb 1742 ohne Erben zu hinterlassen. Auf Veranlassung der Hypothekenkäufer wurde das Haus verkauft. Der Kaufmann Johann Elias Münster griff schnell zu, renovierte es und baute es gründlich um. So bekam es ein elegantes Aussehen im schicken Rokokostil. Nach mehreren Besitzerwechseln war der Kaufmann Andreas Melchers der letzte private Besitzer des Hauses. Als der Verein „Rettet die Deichstraße e.V.“ das Haus kaufen wollte, stellte sich heraus, dass Melchers eine Summe verlangte, die für den Verein nicht aufzubringen war. Nach zähem Ringen und der Hilfe des Maklers Wessendorf einigte man sich schließlich: Für eine halbe Million Mark kaufte der Verein sein erstes Haus. Noch 1974 wurden die ersten Sicherungs- und Dichtungsarbeiten am Hause vorgenommen. 1979-81 wurde auch das Innere, die erhaltene große Diele mit den Nebenräumen, das mit originalen Deckengemälden ausgestattete „Flämische Zimmer“ und die Wohnetage restauriert werden.

Haus Nr. 38  Hier und im Haus Nr. 42 begann der Große Brand von 1842.

Haus Nr. 39/41 Beide Häuser stammen in ihren ältesten Teilen aus der Zeit um 1700, wurden aber mehrfach baulich verändert. 1998 kaufte der Deichstraßenverein das Haus Nr. 39 und renovierte es danach für 200 000 DM. Im 2. Obergeschoss sind Deckenmalereien aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Sie befinden sich in der dortigen Mietwohnung. Bis zu ihrem Tode im Jahre 1990 wohnte in diesem haus die Schauspielerin Helga Feddersen. Ihre Familie betreibt im Haus Nr.35 ein Geschäft für Seemannsausrüstung. Das Haus Nr. 41 ist im Besitz der Vereinigten Ewerführerei.

Haus Nr. 42 Im Gegensatz zu den Nachbarhäusern brannte dieses Haus 1842 nicht völlig nieder, obwohl der Brand hier ausgebrochen war. Während bei den Nachbargebäuden die Fluchtlinien nach hinten versetzt wurden, um die Straße zu verbreitern, blieb das Haus Nr. 42 an der alten Stelle stehen, so dass es einsam und weit in die Straße hineinragte. Bis weit ins 20. jahrhundert hinein wohnte und arbeitete hier die Kaufmannsfamilie Levy. Kurz vor der Gründung des Vereins „Rettet die Deichstraße e.V.“ hatte der Besitzer das Haus aus der Denkmalliste streichen lassen, um das Grundstück anderweitig verwenden zu können. Es blieb jedoch rund zehn Jahre leer stehen, bis es 1985 aus ungeklärter Ursache Feuer fing. Vier Jahre später begann man mit einem spektakulären Neubau, bei dem die historische Fassade vorgesetzt wurde, indem das eingerüstete letzte Stück des alten Hauses angehoben, zurückversetzt und an dem Neubau verankert wurde.

Haus Nr. 43 Schon 1697 errichtet, wurde dieses Haus vielfach umgestaltet. So wurde die ungewöhnlich schöne fleetseitige Fachwerkfront dem Haus 1738 vorgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Alexander Levy von der großen Im- und Exportfirma Levy & Co. Anteile an dem Gebäude. Um 1920 zog eine Schlosserei ein, die unter anderem mit Acetylengas arbeitete, was die Feuerkasse dazu veranlasste, die Versicherungssumme um ein Vielfaches zu erhöhen. Seit der Sanierung 1976 sind in dem Haus Nr. 43 Wohnungen sowie das Restaurant „Alt Hamburger Aalspeicher“ von Marion und Dieter Eismann untergebracht. Sie konnten das Haus 1998 von der Sprinkenhof AG erwerben.

Haus Nr. 45 Das Haus stammt ursprünglich aus dem Jahr 1663. Zwischen 1974 und 1978 wurde es von seiner Besitzerin Ingeborg Nordmann restauriert. Dabei fand man wunderbare Deckengemälde im niederländischen Stil mit Putten, Rankenwerk, Drachen und Einhörnern. Auch dieses Haus wird heute als Gewerbe- und Wohnraum genutzt.

Haus Nr. 47 Der Neubau von 1974, der das alte, auf Grund von schweren Kriegsschäden abgebrochene haus ersetzt, folgt einem Vorbild aus dem 18. Jahrhundert. In die Fassade wurde das Portal von Haus Nr. 29 eingearbeitet.

Haus Nr. 49 Ein Neubau aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts im „historisierenden Stil“.

Haus Nr. 51 Der Kontorbau stammt aus dem Jahr 1910. Er ist ein funktionales Bürohaus im  Besitz der staatlichen Sprinkenhof AG. Das Grundstück umfasst auch den Baugrund des Hauses Nr. 53, das früher das letzte Haus der Deichstraße an der Ecke zur Hohen Brücke war. Das Haus, das zuvor auf diesem Grundstück stand, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts abgebrochen. Dabei fand man im zweiten Stock wertvolle Wandgemälde, die aus dem Jahre 1680 stammen. Sie waren nach dem Vorbild der seinerzeit sehr beliebten Kupferstiche des Holländers Romeyn de Hooge auf Holztafeln angebracht und zeigen Personen und Landschaften. Das Zimmer, das die Dominanz niederländischer Kultur im Hamburg des 17. Jahrhunderts unterstreicht, kam trotz erheblicher Transport- und Lagerprobleme komplett ins Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall.

Quellen:
• Knuth, Ariane / Strothmann, Dierk: Bürger, Brauer, Zuckerbäcker, Hamburg 2000
• Hirschfeld, Gerhard (Planungsgruppe Nord): Deichstraße, in Stadterneuerung in Hamburg, Hrsg. Baubehörde Hamburg 1985

 

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